Ihr kennt sie bestimmt auch: die sogenannten Stolpersteine – kleine Gedenktafeln, die auf dem Gehweg an Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Anna und Carla, unsere Zwillinge, haben Alex und mich eingeladen, die Stolpersteine in Lehrte zu entdecken. Die Stadt hat eine Tour entwickelt, bei der man zu Fuß oder beim Fahrradfahren die 21 Gedenkorte erkunden und dabei mehr über die Personen erfahren kann. Also sind wir in die WestfalenBahn gestiegen und haben zusammen einen sehr emotionalen Tag verbracht.
Was sind Stolpersteine?
Schon seit 1992 verlegt der Künstler Gunter Demnig diese quadratischen Tafeln aus Messing. Sie sollen an die Menschen erinnern, die in bestehenden oder früheren Häusern gelebt oder gearbeitet haben, vor denen die Steine verlegt werden.
Mittlerweile erinnern europaweit über 100.000 dieser Mahnmale an Menschen, die im 2. Weltkrieg von den Nazis verfolgt, inhaftiert und ermordet wurden. Es handelt sich um Opfer des Holocaust, Juden, aber auch Sinti und Roma oder Angehörige anderer verfolgter Gruppen. Auf den Tafeln sind Name, Geburts- und Todesdatum sowie Todesort oder auch -art vermerkt. Diese Personen sollen nicht in Vergessenheit geraten.

Die einzelnen Stationen der Tour sind zentral in Lehrte zu finden
Von Stolperstein zu Stolperstein: unsere Tour in Lehrte
Wir vier haben uns darauf geeinigt, die 4,1 Kilometer lange Tour zu Fuß zu machen. Auf der Website vom Stadtmarketing Lehrte findet ihr eine Karte und Informationen über die Personen, an die die einzelnen Tafeln erinnern. Toll gemacht!
Auf diese Weise haben wir nicht nur die Namen, sondern auch mehr über das Leben der Opfer erfahren. Einigen gelang die Flucht in die USA, zum Beispiel dem Ehepaar Palmbaum. Andere überlebten die Konzentrationslager, wie das Ehepaar Katz – aber ihr Sohn Abraham wurde im KZ erschossen. Auch viele andere der Lehrter Opfer überlebten nicht.
Es war wirklich sehr bewegend – was kann ich sagen? Es ist so wichtig, an diese Menschen und ihre Schicksale zu erinnern.

Der Wasserturm in Lehrte bietet eine kleine Unterbrechung – Zeit zum Durchatmen
Eine Pause im Restaurant Mediterrano in Lehrte
Insgesamt waren wir rund drei Stunden unterwegs. Zwischen den einzelnen Stationen haben wir auch einfach etwas Luft geschnappt, uns gesammelt und die Stadt angeschaut – ein Abstecher zum Wasserturm, einem Lehrter Wahrzeichen, inklusive.
Danach wollten wir einkehren, uns stärken und das Erlebte noch mal rekapitulieren. Da uns allen nach Pizza war, sind wir ins Restaurant Mediterrano gegangen, das eine große Auswahl an leckeren italienischen Genüssen bietet. So konnten wir langsam wieder ins Heute zurückkehren, bevor wir nach einem schönen, aber auch herausfordernden Tag wieder in die WestfalenBahn gen Heimat gestiegen sind.
Anreise mit dem RE60/RE70 bis zum Bahnhof Lehrte, von dort geht es am schnellsten zu Fuß – nach einem 8-minütigen Spaziergang seid ihr am Sedanplatz








