Auf einem gedeckten Tisch liegen ein großer Flammkuchen mit buntem Gemüse, Schälchen mit Oliven und Dip sowie schwarze Teller im Sonnenlicht.
Le Feu Gastro Verwaltungs GmbH
Date Night auf zwei Rädern

Lingens kulinarische Tour

Wenn es in unserer Redaktion um Gastro-Tipps geht, bin ich ja meistens eher für Biergärten und Brauereiführungen zuständig, während Thomas den ganzen fancy stuff macht. Top 5 Restaurants in NRW und Niedersachsen, Abendmarkt, Foodtruck Festivals – sowas halt. Fürs Fahrradfahren ist Julia zuständig. Vor allem fürs Fahrradfahren rund um Lingen. Dieses Mal ist alles ein bisschen anders. Ich bleibe heute mal nüchtern, schnapp mir mein Bike und fahr mit Marleen kreuz und quer durch Lingen zum Schlemmen. Marleen hat mir nämlich einen Gutschein für Lingens kulinarische Tour geschenkt. Und da man einem geschenkten Gaul bekanntlich nicht ins Maul schaut, habe ich lieber einen Blick auf die Menükarte geworfen. Gefunden habe ich ein richtig leckeres 3-Gänge-Menü. Auf geht’s!


Lingens kulinarische Tour – was ist das?

Die kulinarische Tour in Lingen ist eigentlich schnell erklärt: Man kauft einen Gutschein, wählt auf einer Menü-Karte Vorspeise, Hauptgericht und Dessert und genießt diese dann an einem Abend seiner Wahl in bis zu drei verschiedenen Restaurants in Lingen. Aktuell stehen diese Restaurants zur Auswahl: Kiebitz Wachendorf, Restaurant am Golfplatz Emstal, Le Feu „Das Flammkuchen Restaurant“, Hofbräu an der Wilhelmshöhe bzw. Hofbräuhaus Lingen, Alte Posthalterei, Baccumer Mühle und Ems-Island.

Abendstimmung auf dem Lingener Marktplatz mit historischem Rathaus, Fachwerkhäusern, vielen Menschen auf dem Platz und Außengastronomie.
Helmut Kramer

Auf dem Marktplatz Lingen steppt der Bär – Gutscheine für die kulinarische Tour gibt’s um die Ecke.

Buchbar ist die Tour ab zwei Personen noch bis Ende Oktober 2026. Gutschein, Anmeldebogen und Menü gibt es für 45 Euro an der Tourist Info Lingen, wo man die Anmeldung auch spätestens fünf Tage vor dem Wunschtermin abgibt. So viel zur Theorie.

1. Gang: Anreise mit dem Zug, Vorspeise im Kiebitz

Da das Wetter in Lingen an unserem Ausflugstag echt schön werden sollte, wollten wir unbedingt unsere Bikes mitnehmen. Von Münster nach Lingen ist es mit dem Fahrrad dann aber doch etwas weit. Und so haben wir kurzerhand die WestfalenBahn genommen. Eine Stunde Fahrt, fast leeres Fahrradabteil und dank Marleen jede Menge Unterhaltung. Vom Bahnhof Lingen sind wir dann Richtung Kiebitz. Natürlich nicht, ohne kurz am Marktplatz Lingen Halt zu machen. Wir waren etwas früh und haben uns daher schon mal mit einem kleinen Aperölchen (für mich Bier) auf den Abend eingestimmt.

Vier Stück Bruschetta mit Tomatenwürfeln, gehobeltem Käse und dunkler Balsamico-Creme, angerichtet auf einem weißen Teller mit etwas Salat in der Mitte.
Kiebitz

Zur Vorspeise gab’s im Kiebitz Abendbrot auf Italienisch: Bruschetta.

Und dann: Ab ins Kiebitz, ab zu Baguettebrot mit Tomaten und Kräutermix. Als Vorspeise hatten wir nämlich Bruschetta gewählt. Das Brot schön knusprig, die Tomaten schön frisch und das Ganze in „gemütlichem Ambiente“, wie Thomas vielleicht sagen würde. Ich sag: etwas rustikal, aber gemütlich – und ein gelungener Start in den Abend.

2. Gang: Flammkuchen im Le Feu

Danach ging’s mit dem Fahrrad weiter zum Restaurant Le Feu. 20 Minuten von Vorspeise zu Hauptspeise, dazu Bewegung und frische Luft. Wirklich eine tolle Mischung und eine super Abwechslung zum 0815-Restaurantbesuch. Das Le Feu ist vor allem für eins bekannt: Flammkuchen. Ganze 50 Flammkuchen-Variationen stehen auf der Karte – vom klassischen Elsässer über vegane Varianten bis hin zu Brokkoli-Hollandaise oder Falafel-Berlin-Style ist da wirklich für jeden etwas dabei.

Außenansicht des Restaurants Le Feu in Lingen: ein backsteinfarbenes Haus mit rotem Ziegeldach, grüner Markise über dem Eingang und hohen Bäumen davor.
Le Feu Gastro Verwaltungs GmbH

Feuer und Flamme für guten Geschmack: bei über 50 Flammkuchen-Variationen im Le Feu.

Auch für uns: Für mich gab‘s Flammkuchen Lachs-Rahm gratiniert mit Hummus und Flammkuchenchips, für Marleen den vegetarischen Flammkuchen Teriyaki mit Beilagensalat. Beides war richtig stark. Mein Hauptgang schön herzhaft und cremig, Marleens Variante frischer und etwas leichter. Zusammen eine ziemlich gute Kombination, vor allem wenn man sich am Tisch immer mal wieder gegenseitig probieren lässt.

3. Gang: Dessert in der Alten Posthalterei

Zum Dessert ging’s weiter in die Alte Posthalterei. Auf der Karte stand „saisonal wechselndes Dessert“. Das klang erstmal … etwas nichtssagend. Aber ich hatte die Alte Posthalterei bei Instagram gesehen und war sofort von „Bier, gutes Bier.“ in der Bio begeistert. Auf der Bierkarte gab es dann auch tatsächlich über 120 verschiedene Biersorten und für mich ein leckeres „Fruchtbier“. Ach ja: Ein Dessert gab es natürlich auch. Das war klein, aber fein, wie man so schön sagt. Erdbeeren mit Eis. Nicht unbedingt gut zu Bier, aber lecker und wirklich ein guter Abschluss nach zwei eher kräftigeren Gängen. Ich komm wieder – nicht nur wegen des Bieres.

Dessert in einer weißen Schale: Erdbeerstücke mit einer Kugel Eis, garniert mit einer filigranen Wabe aus Karamell und einem kleinen Minzblatt.
Alte Posthalterei

Einfache Nachspeise zu gutem Bier: das „saisonal wechselnde Dessert“ in der Alten Posthalterei.

Nachschlag: das Fazit

Am Ende kamen wir ziemlich satt, leicht fresskomatös und sehr zufrieden wieder am Bahnhof Lingen an. Ganz nüchtern war ich nicht, aber das passt schon. Schließlich konnten wir uns jetzt ganz entspannt in die Bahn fallen und gemütlich nach Hause schaukeln lassen.

Lingens kulinarische Tour war echt super und das „3-Gänge-Menü“ hat sich gar nicht so angefühlt. Und das meine ich positiv! Also irgendwie weniger nach stocksteifem Restaurantbesuch und mehr nach einem netten Abend an der frischen Luft. Nur das man halt zwischendurch etwas isst und trinkt. Und da dieses „etwas“ auch noch richtig köstlich war, kann ich die kulinarische Tour Lingen wirklich jedem empfehlen. Gönnt euch!

Das könnte dir auch gefallen

1235